immer in Bewegung bleiben

Archiv für Mai, 2012

Stand der Dinge – Ulnaris etc.

Da immer wieder die selben Fragen kommen, will ich nun auch an dieser Stelle mal meinen aktuellen Gesundheitszustand und auch einen kleinen Einblick in mein Seelenleben geben.

Mit großen Plänen ins Jahr 2012 gestartet, fing ich mit gewohntem Eifer im Winter mit dem Tarining an. Das lief wie immer gut und so nach und nach war meine Form ansteigend. Mitte Januar bekam ich dann heftige Zahnschmerzen und laborierte dann in der Folge mit teilweise heftigen Schmerzattacken herum. Da der kälteempfindliche Zahn als „gesund“ (gesunder Klang, keine Karies etc.) rieten sowohl der Zahnarzt als auch der Kiefernchirurg erst mal abzuklären ob die Schmerzen nicht woanders herkommen. Also Gang zum HNO, Hausarzt, Radiologen, Orthopäde und Osteopath. Keiner wußte was und die Schmerzen waren stellenweise nur noch mit Ibu 800 und Tramadol habwegs erträglich. Zwischenzeitlich war (und ist) mal der Trigeminus in Verdacht. Vorläufiger Höhepunkt dieser Attacken war dann das Bonn-Marathon Wochenende. Da ging Freitagsabend eine Schmerzattacke los die erst Sonntagsnachmittag nach 9!!! Ibu 800 und 4mal Tramadol so langsam abebbte. Ja ich weiß, grenzt schon an Medikamentenmissbrauch aber anders wars nicht mehr auszuhalten. Ich war kurz davor ins Krankenhaus zu gehen…Dann, warum auch immer, spürbare Beruhigung und nachlassen der Attacken sowohl in der Häufigkeit als auch in der Intensität. OK dachte ich dann sehe ich halt zu die Form die ich trotz der Umstände hatte zu halten und dann in Berlin beim BIG 25 flott zu Laufen. Also Dienstags nach dem „bösen“ Wochenende zum Lauftreff und 1,5 Stunden locker gelaufen. Die Muskeln wollten noch nicht so aber nach der Medikation auch nicht verwunderlich. Seit zwei Wochen habe ich übrigens keine Medikamente mehr gebraucht und die Attacken sind quasi komplett weg??? Tags drauf dann der Versuch ein bisschen Intensität in die Beine zu kriegen. Die 12×400  gingen auch mit 75 – 85 Sec sehr gut und ich freute mich trotz der Umstände dass es ganz gut ging und ich auch noch Spaß dabei hatte. Nach der Einheit bin ich dann locker nach Hause getrabt und merkte schon beim Aufschließen des Hoftores dass meine Finger der rechten Hand bizelten und taub waren. Klemmt halt was dachte ich und schüttelte und drückte was das Zeug hält. Nur leider wurde das irgendwie nicht besser. In der folgenden Nacht machte ich dann kein Auge zu. Das bescherte mir immerhin ein spannendes Elfmeterschießen zwischen den Bayern und Real. Tags drauf zum Hausarzt und die sofortige Diagnose die ich mir mittlerweile auch selbst gestellt hatte: Sulcus-Ulnaris-Syndrom kurz SUS. Einfach ausgedrückt ist der Ellenbogennerv geschädigt. Kennt ihr alle wenn ihr euch mal den Ellenbogen an der richtigen Stelle angehauen habt und vorne die Hand das Bizeln anfängt. Besser gesagt der kleine und der halbe Rinfinger. Wo wir auch schon bei meinem aktuellen Problem sind. Diese beiden Finger inklusive der halben Handfläche und Ballen sind berührungsempfindlich und taub. Die restlichen Finger kann ich relativ normal bewegen  allerdings fehlt völlig die Kraft. Zahnpasta kann ich grad noch ausdrücken, die Honigflasche schon nicht mehr. Schreiben geht auch nicht und mit der Maus bin ich jetzt links schon ganz gut. Außerdem schwellen die beiden Finger Tag um Tag ein wenig mehr an und die Tendenz zur sog. Krallenhand ist schon erkennbar. Am Schlimmsten ist die Empfindlichkeit. Jede Berührung der Partie führt zu einem…Ekelgefühl, triffts wohl am ehesten.

Von meinem Hausarzt bin ich noch am gleichen Tag zum Neurologen. Dort bekam ich meine Nervenleitgeschwindigkeit gemessen. Von drei Stellen aus wird Strom durch den Ulnaris zu den betroffenen Fingerspitzen geschickt. Da der Strom oberhalb vom Handgelenk und Ellenbogen normal lief vom Kopf aus allerdings etwas verlangsamt war, muss also die Beeinträchtigung irgendwo zwischen Halswirbelsäule und Ellenbogen liegen. Einen Tag später war ich dann beim Radiologen zur CT der Halswirbelsäule. Üblicher Verschleiß erkennbar allerdings kein Hinweiß auf mein aktuelles Problem. Super… und jetzt. Der Neurologe empfahl als Behandlungsmethode „ruhig stellen“ und den Arm nicht mehr auflegen. Mit den Erkenntnissen dieser Experten war ich dann am Montag erst mal wieder beim Hausarzt. Der verpasste mir dann die Gipsschiene vom Bild. Die machte ich dann allerdings einen Tag später wieder weg da die nette Arzthelferin da wohl ein wenig übereifrig war. Jedenfalls dachte ich mein Arm stirbt ab….Nach einer Woche ohne jede sportliche Betätigung bin ich dann am Mittwoch mal wieder 10 km gelaufen. Das ging zwar besser als gedacht allerdings hatte ich das Gefühl dass es meiner Hand nicht gerade besser ging. Seitdem bin ich nicht mehr gelaufen. MIttlerweile habe ich zwei Bücher gelesen ( Das Alphabethaus/Adler-Olsen und Massimo Marini von Rolf Dobelli). Ken Follet mit dem Sturz der Titanen ist diese Woche dran…

Wie es weitergeht weiß ich auch nicht so recht. Meinen Start beim 25km Lauf in Berlin für heute musste ich schweren Hezens absagen. Beim Hypolauf am Freitag werde ich wohl locker mittraben ob ich dann in zwei Wochen beim Knastmarathon laufe, who knows. Ist aber auch nicht so wichtig. Nein wirklich, ehrlich gesagt macht mir die ganze Sache mehr zu schaffen als ich das gewohnt bin. Natürlich bin ich auch mental normalerweise nicht so leicht klein zu kriegen und auch diese Situation versuche ich mit der größt möglichen Leichtigkeit und gleichzeitig Ernstaftigkeit zu bewältigen. Lieber wäre mir aber ein Bänderriss oder Beinbruch. Da weiß man dann wenigstens was – wie – wann.

Wie auch immer mein Ärztemarathon geht morgen in die nächste Runde und ich bin immer noch der Hoffnung früher oder später jemanden zu finden der mir helfen kann. So damit hätte ich erst mal ausgejammert, lieber würde ich natürlich von sportlichen Heldentaten berichten aber ich verspreche euch hiermit das werde ich auch wieder…..

Hang loose

Manni

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