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Archiv für Juli, 2013

Ironman Frankfurt 2013 – zum sechsten Mal Sport für Erwachsene…

IMG_3244Tja was soll ich sagen, es hat nicht sollen sein. Mein anvisiertes Ziel, die Hawaii Quali, habe ich klar verfehlt. Mit 10:04:02 war ich rund 20 Minuten zu langsam. Warum? Ich versuch mich mal in einer Analyse. Aber der Reihe nach:
Die Nacht zum Rennen hin war gewohnt unruhig. Vielleicht war ich etwas nervöser als sonst, schließlich hatte ich mir selbst große Ziele gesteckt. Wie auch immer, mittlerweile habe ich sogar bei einem Langdistanztriathlon eine gewisse Routine beim „üblichen“ Prozedere vor dem Start.
Aufstehen um 03:40 Uhr, Bad, Kaffee, Brötchen mit Erdnussbutter Banane und Honig und noch mal die Flaschen kontrolliert. Passt. Um 04:30 Uhr werde ich abgeholt und zusammen mit Sonja und Ralf gehts auf nach Frankfurt. Shuttlebus klappt prima, wir sind zeitig in der Wechselzone und nachdem Rad und Ausrüstung kontrolliert sind gehts in die Schlange zum Dixi. Das dauert dann leider fast ne halbe Stunde und so kommt doch ein wenig Hektik auf. Macht nix, der Tag wird lang und knapp 20 Min vor dem Start schlüpfe ich in den Neo und marschiere Richtung Schwimmstart.P1060685a<
Zum ersten Mal an diesem Tag sehe ich Bernie und wir schwimmen gemeinsam Richtung "rechts außen" der allseits beliebten "Starting Position"…
Das Schwimmen lief dann super. Bernie hatte ich leider direkt am Start verloren, allerdings schaffe ich es nach etlichen Jahren tatsächlich mich im Wasser gerade auf ein anvisiertes Ziel zu zubewegen. Während der 3,8km finde ich immer mehr mein Tempo und bin immer mal wieder am überholen. Füße die mir den Weg weisen konnten, hatte ich leider keine allerdings diente ich diesesmal als Wasserschattengeber für nachfolgende Schwimmer. Wie sich die Zeiten ändern 🙂
Nach 01:00 und ein paar Sekunden entstieg ich dem Langener Waldsee happy und entspannt – alles im Soll.
Auf dem Rad hab ich mich dann erst mal verpflegt und machte mich auf, Richtung Frankfurt in die erste Runde. Die schnellen Radler waren gleich weg und so fuhr ich relativ einsam. Mein SRM meldete um die 200 Watt, Tempo war noch nicht ganz im Soll. Was allerdings hier schon sehr präsent war, war der Wind. Hier zeigte sich dann auch gleich der Nachteil der frühen Startgruppe. Wenn man sich in einem Block von ein paar Hundert Athleten befindet (2`te Startgruppe) und regelkonform Abstand hält steht man dennoch nicht permanent im Wind.
Wie auch immer nach 50 km wies mein Tacho eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 32,3 km/h aus. Mist. Also versuchen noch ein bisschen mehr aufs Gas zu drücken. Fehler, sowas rächt sich bei einem Ironman. Bei km 100 war ich nicht wirklich schneller (32,5 km/h) aber schon sehr viel erschöpfter. Einziger Trost oder auch Hoffnung in dem Moment, Bernie ging es genauso. Vielleicht hatten ja alle Probleme und abgerechnet wird bekanntlich am Schluß. Also konzentriert weiterfahren und das Beste hoffen. Zusammen mit Bernie absolvierte ich alo die zweite Runde und mittlerweile wurden wir von mehreren schnelleren Gruppen aus dem späteren Schwimmstart überholt. Die Problematik ist jedes Jahr die gleiche: Zu viele Radler mit annähernd gleichem Niveau auf solch einer Strecke. Natürlich kommt man da zwangsläufig in die Lage nicht immer ganz den Regeln entsprechend windschattenfrei zu fahren. Und selbst wenn, spart man in solch großen Gruppen dennoch enorm viel Energie.
Für uns waren diese Gruppen allerdings zu schnell und nach ein paar Kilometern die ein wenig leichter gingen waren die durch und wir wieder alleine…
Wie gesagt, nur der Versuch einer Analyse. Die ganze Wahrheit kann das aber auch nicht sein. Immerhin hatte ich nach den 182km 189 Watt im Schnitt allerdings nur 32,4km/h??? Und ja, ich war die größt mögliche Zeit auf dem Lenker in aerodynamischer Position. Letzlich stieg ich jedenfalls nach 5:32 vom Rad und war Kopfmäßig irgendwo im Niemandsland. Hawaii ist noch drin, wird dann halt ein harter Marathon war meine Einstellung beim Start zur dritten, meiner Lieblingsdisziplin.
Der Wechsel klappte prima und ich gings dann gleich mal sehr flott an. Mein Garmin meldete 04:09 für den ersten Kilometer und ich ermahnte mich zur Anpassung meiner Geschwindigkeit. Lange musste diese Amt allerdings mein Kopf nicht übernehmen. Die Rückmeldung des Körpers nach 4 Kilometern war deutlich. Mach langsam oder das war`s. Split 2, 3 und 4 lagen alle noch um die 04:20. Ganz bewußt hatte ich dann aber das Einsehen und drosselte mich auf 04:30 – 04:40 pro Kilometer. Und dennoch ging es mir sehr schlecht. Ich kannte zwar diesen Zustand, allerdings normalerweise erst ab Kilometer 30 im Marathon. Das war dann der Punkt an dem ich die Quali eigentlich abhakte.
Es ist immer wieder erstaunlich was der Kopf im Stande ist zu leisten. Von da an hatte ich nämlich ein neues Ziel. Oder auch zwei oder drei. Zum Einen wollte ich das Desaster von 2011 wettmachen und erhobenen Hauptes ins Ziel kommen. Und zum Anderen, jetzt bitte nicht lachen – ist aber wahr, war meine Motivation euch, also meiner Familie meinen Freunden, Fans, Bekannten und Arbeitskollegen den Manni zu zeigen der leichtfüßig und souverän lächelnd durchs Feld trabt. Schließlich hatte ich mächtig die Werbetrommel gerührt und ja, letzlich doch zu dick aufgetragenInterview Radio….Wobei ich den Glauben in mich nicht verloren habe und immer noch weiß dass ich die 09:30 drauf hab.
Als ich dann noch fast eine komplette Runde mit Michi Raelert lief und wir dabei auch noch einen gehenden Weltmeister (Pete Jacobs) und den Sebi Kienle überholten wußte ich dass ich so schlecht nicht drauf sein kann und es selbst der Weltspitze mal schlecht geht. OK die Jungs waren mir zwei Runden voraus aber hey, Spaß gemacht hats trozdem.P1060811
Ich lief dann noch ein wenig kaputter nach 10:04:02 Ins Ziel auf dem Römerberg und schaffte es nur mit der allergrößten Anstrengung meine Arme im Zielkanal zu heben.

Kurz vorm Ziel, Bild von Michael Strokosch - Danke noch mal

Kurz vorm Ziel, Bild von Michael Strokosch – Danke noch mal


Der Weisheit letzter Schluss warum ich nun nicht umsetzen konnte was ich trainiert hatte habe ich immer noch nicht ergründen können aber so langsam fügen sich die einzelnen Puzzleteile Stück für Stück zusammen.
Das war ganz sicher nicht mein letzter Ironman und nach Hawaii fahr ich natürlich auch noch mal nur halt nicht 2013.
Bleibt mir nur mich noch einmal ganz ganz herzlich bei allen meinen Unterstüzern zu bedanken. Danke an Asics für die tolle Ausrüstung der letzten Jahre, Captain Pain für die Versorgung nach allen meinen Traingseinheiten und Wettkämpfen und meinem Team Androgon für die tolle Unterstüzung.
Und natürlich Danke an meine Familie alle Fans Freunde Frontrunner Vereinskollegen Arbeitkollegen und alle die ich vergessen habe zu erwähnen.
Es war mir eine Ehre….euer Manni 😉